Die Initiatoren der Innviertler Orgelreise:

Labg. Friedrich Bernhofer, Engelhartszell
Johann Breit, Esternberg
Mag. Johannes Dandler, Schärding
Markus Unterberger, St. Marienkirchen bei Schärding
Dir. Josef Kurz, Taufkirchen an der Pram
Kons. Helene Pürmayr, Brunnenthal
Josef Schachinger, Kirchdorf am Inn
Prälat Mag. Werner Thanecker, Stift Reichersberg
Dir. Walter Zauner, Münzkirchen

 

 

"Innviertler Orgellandschaft"

Unser  Bundesland Oberösterreich wird von Organisten, Organologen, Orgelbauern und Orgelliebhabern sehr oft als "Orgel-Wallfahrtsstätte" bezeichnet. Tatsächlich beherbergt das Land ob der Enns eine stattliche Anzahl exquisiter historischer und neu erbauter Instrumente.

Kann man den bis dato bekannten Quellen Glauben schenken, so reicht die Orgelbaugeschichte Oberösterreichs bis in das 15. Jahrhundert zurück. Ein erster namentlich bekannter Orgelbauer in OÖ war Hans Larer (Lar), der sich 1485 in Linz niederließ. Weitere bekannte oberösterreichische Orgelbauer des 16.-18. Jahrhunderts sind Michael Strobl (um 1553-1559) und Sebastian Polham(m)er (1. Hälfte 17. Jahrhundert) in Ried/Innkreis; Georg Hack(h)er (um 1573-1613), Paul Peuerl (um 1570/80-nach 1625) sowie Hans Ulrich Schreyer (15.9.1587-1648) in Steyr; Friedrich Wegner in Wels (um 1586/1600), Balthasar Ernst Zeller (um 1670) in Aurolzmünster; Jacob König (um 1775) in Obernberg /Inn sowie die Orgelbauerwerkstätte der Familien Gast und Schwarsmay(e)r (2. Hälfte des 18. bis 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts) in Wippenham.

Ebenso ist eine Reihe von sehr frühen Orgeln belegt, u.a. in den Stiftskirchen von Wilhering 1354/55, Reichersberg/Inn vor 1450, Kremsmünster vor 1454, Lambach 1469 von Johannes Pacher aus Salzburg sowie Mondsee um 1500; in den Stadtpfarrkirchen Steyr vor 1443 und 1478, Gmunden 1497, Wels vor 1474 und 1514, St. Wolfgang 1497 sowie Schärding/Inn vor 1569.

Zu den bedeutendsten erhaltenen historischen Instrumenten zählen die große Orgel der Stiftskirche in Schlägl von Andreas Putz (1634), die Orgel der Filialkirche Vormoos (Mitte 17. Jahrhundert), die Orgel der ehem. Stiftskirche Baumgartenberg von Johann Freundt (1662), Münsteuer von Johann Christoph Egedacher (Salzburg 1714), Brunnenthal von Leopold Freundt (1715), die Chororgel der Stiftskirche Wilhering von Nikolaus Rummel (1746).

Aufgrund der Zugehörigkeit zum Bistum Pasau (bis 1784), wurde ein Großteil der Instrumente in Oberösterreich von Passauer Orgelbauern errichtet. Die drei großen Familiendynatien Putz, Freundt und Egedacher erreichten höchste künstlerische Leitungen und prägten den typisch passauischen Orgelbaustil des 17. und frühen 18. Jahrhunderts.

Eine Bereicherung des historischen "Orgelparadieses" erfuhr Oberösterreich – insbesondere das Innviertel – in den vergangenen 25 Jahren durch eine Anzahl hervorragender Orgel-Neubauten. Zu den frühesten Beispielen zählen die Orgel in der Stadtpfarrkirche Ried von M. Mathis und Söhne 1978 (damals ungleichstufig gestimmt!) sowie die Metzler-Orgel der Stiftskirche Reichersberg 1981, entstanden nach dem Initialbau der Marcussen-Orgel im Linzer Dom 1968.

Es folgten die international anerkannten Orgelneubauten der Metzler-Orgel in St. Marienkirchen 1991, der Dr. Karl-Mayr-Orgel in Diersbach 1995, der Reil-Orgel in Esternberg 1995, der West-Orgel in Taufkirchen an der Pram 1996, der großen Orgel der Stiftskirche Engelszell 1996, sowie der Nelson-Orgel der Kirche der Barmherzigen Brüder in Schärding am Inn 2003/2004.

Mag. Johannes Dandler